
Rolling Stones – Live At Racket NYC
In drei Wochen ist es wieder so weit: Am 18. April 2026 feiert die Musikwelt den Record Store Day (RSD). Für Sammler ist dieser Tag oft mit besonderen Erinnerungen verbunden – wie etwa an den RSD 2024, als das Rolling-Stones-Album „Live At Racket NYC“ erschien. Gepresst auf exklusivem 180g Heavyweight White Vinyl, markierte dieser Release die einzige eigenständige physische Veröffentlichung des Konzerts. Während die Songs digital nur als Teil einer Special Edition von Hackney Diamonds verfügbar waren, blieb die weiße Platte ein echtes Sammlerstück.
Obwohl die Scheibe nur sieben Songs umfasst, ist sie für mich ein Highlight in der Live-Diskografie der Stones. Der Mitschnitt vom 19. Oktober 2023 – nur einen Tag vor dem Release von Hackney Diamonds – fängt die Band in einer ungewohnt rohen und energiegeladenen Atmosphäre ein. Im New Yorker Club „Racket“ spielten sie vor gerade einmal 650 Zuschauer:innen; ein krasser Kontrast zu den Stadien, die sie normalerweise füllen.
Zwei Momente ragen dabei besonders heraus: Das Live-Debüt von „Angry“ und das furiose Finale mit „Sweet Sounds of Heaven“. Wie schon auf der Studioaufnahme gesellte sich Lady Gaga zu Mick Jagger auf die Bühne. Das stimmliche Duell der beiden in dieser dichten Club-Atmosphäre gilt unter Kritikern völlig zurecht als einer der stärksten Live-Momente der Stones der letzten Jahre.
RSD 2026
Auch in diesem Jahr warten wieder über 700 angekündigte Veröffentlichungen auf die Fans. Die diesjährigen Schwergewichte sind vor allem im Live-Sektor zu finden:
Bruce Springsteen: „Live From Asbury Park 2024“ (5-LP-Box) für ca. 120,00 €.
Pink Floyd: „Live in Los Angeles 1975“ (4-LP-Box) für ca. 100,00 €.
Besonders bei Pink Floyd ist Eile geboten: Die weltweite Auflage liegt bei 30.000 Exemplaren. Da allein über 15.000 Stück für den US-Markt reserviert sind, bleiben für den Rest der Welt nur geringe Kontingente. In Deutschland dürften vermutlich nur wenige Tausend Boxen in den Regalen landen.
Abschied von den Toten Hosen
Entgegen mancher Spekulationen wird es zum RSD keine Box der Toten Hosen geben. Der Grund ist jedoch ein erfreulicher (wenn auch wehmütiger): Am 29. Mai 2026 erscheint ihr finales Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“.
Zusammen mit dem Bonusalbum „Alles muss raus“ (25 Coverversionen mit befreundeten Künstler:innen) wird dieses Werk als Set aus drei schwarzen Vinylscheiben veröffentlicht. Die Edition ist auf 19.820 Exemplare limitiert, bereits vorbestellbar und soll preislich bei ca. 50,00 € liegen.
Tipp für den 18. April
Wer die begehrten Boxen von Springsteen oder Pink Floyd ergattern will, sollte strategisch vorgehen:
1. Informieren: Vorab klären, welcher Store welche Platten in welcher Stückzahl geordert hat.
2. Früh aufstehen: Wer sichergehen will, sollte sich bereits in den frühen Morgenstunden (oder gar nachts) einreihen, um beim Öffnen der Türen ganz vorne mit dabei zu sein.
Der Record Store Day bleibt eben ein Abenteuer – aber eines, das sich für das schwarze Gold immer wieder lohnt.