Undertones - s/t (Sire 1979)
Verfasst: So 8. Feb 2026, 12:18
Undertones - s/t (Sire 1979)
Die Undertones gründeten sich 1975 im nordirischen Derry;
die Briten nannten es 'Londonderry'; aber in den Vierteln der Republikaner (also der Ureinwohner) hätte man jedem die Zähne
eingedrückt, der nicht 'Derry' sagte; die Version des Namens hatte enorme politische Bedeutung.
Die Undertones sagten Derry und hielten grüne (= republikanische, also südirische Pässe) in die Kameras der Reporter;
ihre Familiennamen waren allesamt irisch und nicht britisch. Also gehörten sie zu den Unterdrückten.
Schon das machte sie sympathisch.
Auch ansonsten waren sie in jeder Weise die Band von nebenan, Jungs, die man tagtäglich in jedem irischen Kaff auf den Straßen traf;
sie kamen aus den Reihenhaussiedlungen des sozialen Wohnungsbaus; trugen abgewetzte Wollpullover und Jeans, die 10 cm zu kurz waren;
sie trugen das, nicht, weil sie Mode machen wollten oder aus Präsentationsgründen, sondern weil es an den Finanzen für bessere Gewänder fehlte.
Irgendwann schickten sie John Peel ein Tape mit Teenage Kicks drauf.
John war so überwältigt, daß er das Teil mehrere Tage hintereinander in seiner Show spielte und einmal sogar direkt zweimal hintereinander!
Denn das war Pop-Punk allererster Güte; 100% tanzbare 3-Akkorde-Mucke; mit einer gloriosen Melodie, die sich im Ohr festsetzte, um es nie
wieder zu verlassen.
Mittlerweile hatte der Plattenladenbesitzer Terry Hooley in Belfast das Plattenlabel Good Vibrations gestartet, auf dem die Derry-Jungs diese
Debut-Single Teenage Kicks veröffentlichen durften.
Ganz vorne Fergal Sharkey, mit der ungewöhnlichsten Stimme, die ich je gehört habe;
er zerbrach mühelos eine Oktave nach der anderen; kaum einer konnte den Ton so halten und dabei gleichzeitig modulieren, wie Fergal es tat.
Unterstützt wurde er von den beiden Brüdern John & Damian O'Neill (Guitar, bzw. Guitar & Tasten; Michael Bradley (Bass) und Bill Doherty (Drums).
Teenage Kicks schlug auf auf den Parties zwischen Cork und Belfast, London und Inverness, ein wie eine Bombe. Es war überall und jeden Tag
zu hören und ich hab selbst (etwas jüngere) Professoren am Trinity College Dublin dazu tanzen sehen. So war man von T.K. beeindruckt.
Das Stück ließ uns erst kurzfristig in Ruhe, als John O'Neill die nächste Granate schrieb;
(I Can't Get) Get Over You; und erneut kriegte man heiße Ohren und hatten etwas, das tröstete, wenn Jungmannen sich nachts wegen ihrer
'Girl Troubles' in den Schlaf heulten.
Ja, die Undertones kannten diese Probleme aus eigener Erfahrung.
Als sie im Mai 1979 ihre erste LP vorlegten, war sie randvoll mit weiteren Pop-Punk-Perlen, die zumeist die wirklichen Probleme der Teenager-Jugend
besangen und klar machten, daß dagegen andere Themen, wie Arbeitslosigkeit und Krieg nur dummes Larifari waren.
Mit Jimmy Jimmy, True Confessions, Really Really und Here Comes The Summer waren noch eine weitere Reihe von Hits enthalten.

Die Jungs gingen wirklich ans Eingemachte; sie traten alles aus sich heraus, was sie nur immer an tollen Melodie-Einfällen hatten; es gab kein einziges langweiliges Stück; kaum eines, das die emotionale Intensität runterschraubte.
Sie fetzten ihre Nummern runter, im Studio ganz wie auf der Bühne; griffig, druckvoll; es war keine Klänge zum sich Furchen ins Hinterteil zu sitzen;
nein, das war die pure Dach-Abreiß-Mucke.
Und man kann es nicht oft genug betonen: nichts Nachgeäfftes, ALLES eigene Ideen!
Debut-LPs von solcher Perfektion sind sehr selten und obwohl auch die 2. LP beste Kritiken einheimste, mißt man die Undertones bis heute an diesem fulminanten Erstling. Wie auch bei den ähnlich gelagerten Buzzcocks sollte sie eine ganz eigene Stilrichtung begründen; noch heute versuchen sich
junge Bands daran, diese Qualität zu kopieren. Die ebenfalls aus Derry stammenden Moondogs haben es halbwegs hinbekommen.
Es gibt diverse Wiederveröffentlichungen mit unterschiedlichen Boni:
01. Family Entertainment
02. Girl's Don't Like It
03. Male Model
04. I Gotta Get
05. Wrong Way
06. Jump Boys
07. Here Comes The Summer
08. Billy's Third
09. Jimmy Jimmy
10. True Confessions
11. (She's A) Runaround
12. I Know A Girl
13. Listening
14. Casbah Rock
15. Teenage Kicks
16. True Confessions (Ep-Version)
17. Emergency Cases
18. Smarter Than You
19. Get Over You
20. Really Really
21. She Can Only Say No
22. Here Comes The Summer (Single-Version)
23. One Way Love
-- boni --
24. Mars Bars
25. You've Got My Number
26. Let's Talk About Girls
27. Top Twenty
28. Nine Times Out Of Ten
29. The Way Girls Talk
30. Whiz Kids
31. Tennage Kicks (Video)
Aber dieses Werk gehört in eine Sparte, die es hier im Forum leider nicht gibt. Weder für Punk noch New Wave.
Mit AOR, Soft Rock, Yacht Rock etc. hat das nun wirklich nichts gemein.
Die Undertones gründeten sich 1975 im nordirischen Derry;
die Briten nannten es 'Londonderry'; aber in den Vierteln der Republikaner (also der Ureinwohner) hätte man jedem die Zähne
eingedrückt, der nicht 'Derry' sagte; die Version des Namens hatte enorme politische Bedeutung.
Die Undertones sagten Derry und hielten grüne (= republikanische, also südirische Pässe) in die Kameras der Reporter;
ihre Familiennamen waren allesamt irisch und nicht britisch. Also gehörten sie zu den Unterdrückten.
Schon das machte sie sympathisch.
Auch ansonsten waren sie in jeder Weise die Band von nebenan, Jungs, die man tagtäglich in jedem irischen Kaff auf den Straßen traf;
sie kamen aus den Reihenhaussiedlungen des sozialen Wohnungsbaus; trugen abgewetzte Wollpullover und Jeans, die 10 cm zu kurz waren;
sie trugen das, nicht, weil sie Mode machen wollten oder aus Präsentationsgründen, sondern weil es an den Finanzen für bessere Gewänder fehlte.
Irgendwann schickten sie John Peel ein Tape mit Teenage Kicks drauf.
John war so überwältigt, daß er das Teil mehrere Tage hintereinander in seiner Show spielte und einmal sogar direkt zweimal hintereinander!
Denn das war Pop-Punk allererster Güte; 100% tanzbare 3-Akkorde-Mucke; mit einer gloriosen Melodie, die sich im Ohr festsetzte, um es nie
wieder zu verlassen.
Mittlerweile hatte der Plattenladenbesitzer Terry Hooley in Belfast das Plattenlabel Good Vibrations gestartet, auf dem die Derry-Jungs diese
Debut-Single Teenage Kicks veröffentlichen durften.
Ganz vorne Fergal Sharkey, mit der ungewöhnlichsten Stimme, die ich je gehört habe;
er zerbrach mühelos eine Oktave nach der anderen; kaum einer konnte den Ton so halten und dabei gleichzeitig modulieren, wie Fergal es tat.
Unterstützt wurde er von den beiden Brüdern John & Damian O'Neill (Guitar, bzw. Guitar & Tasten; Michael Bradley (Bass) und Bill Doherty (Drums).
Teenage Kicks schlug auf auf den Parties zwischen Cork und Belfast, London und Inverness, ein wie eine Bombe. Es war überall und jeden Tag
zu hören und ich hab selbst (etwas jüngere) Professoren am Trinity College Dublin dazu tanzen sehen. So war man von T.K. beeindruckt.
Das Stück ließ uns erst kurzfristig in Ruhe, als John O'Neill die nächste Granate schrieb;
(I Can't Get) Get Over You; und erneut kriegte man heiße Ohren und hatten etwas, das tröstete, wenn Jungmannen sich nachts wegen ihrer
'Girl Troubles' in den Schlaf heulten.
Ja, die Undertones kannten diese Probleme aus eigener Erfahrung.
Als sie im Mai 1979 ihre erste LP vorlegten, war sie randvoll mit weiteren Pop-Punk-Perlen, die zumeist die wirklichen Probleme der Teenager-Jugend
besangen und klar machten, daß dagegen andere Themen, wie Arbeitslosigkeit und Krieg nur dummes Larifari waren.
Mit Jimmy Jimmy, True Confessions, Really Really und Here Comes The Summer waren noch eine weitere Reihe von Hits enthalten.

Die Jungs gingen wirklich ans Eingemachte; sie traten alles aus sich heraus, was sie nur immer an tollen Melodie-Einfällen hatten; es gab kein einziges langweiliges Stück; kaum eines, das die emotionale Intensität runterschraubte.
Sie fetzten ihre Nummern runter, im Studio ganz wie auf der Bühne; griffig, druckvoll; es war keine Klänge zum sich Furchen ins Hinterteil zu sitzen;
nein, das war die pure Dach-Abreiß-Mucke.
Und man kann es nicht oft genug betonen: nichts Nachgeäfftes, ALLES eigene Ideen!
Debut-LPs von solcher Perfektion sind sehr selten und obwohl auch die 2. LP beste Kritiken einheimste, mißt man die Undertones bis heute an diesem fulminanten Erstling. Wie auch bei den ähnlich gelagerten Buzzcocks sollte sie eine ganz eigene Stilrichtung begründen; noch heute versuchen sich
junge Bands daran, diese Qualität zu kopieren. Die ebenfalls aus Derry stammenden Moondogs haben es halbwegs hinbekommen.
Es gibt diverse Wiederveröffentlichungen mit unterschiedlichen Boni:
01. Family Entertainment
02. Girl's Don't Like It
03. Male Model
04. I Gotta Get
05. Wrong Way
06. Jump Boys
07. Here Comes The Summer
08. Billy's Third
09. Jimmy Jimmy
10. True Confessions
11. (She's A) Runaround
12. I Know A Girl
13. Listening
14. Casbah Rock
15. Teenage Kicks
16. True Confessions (Ep-Version)
17. Emergency Cases
18. Smarter Than You
19. Get Over You
20. Really Really
21. She Can Only Say No
22. Here Comes The Summer (Single-Version)
23. One Way Love
-- boni --
24. Mars Bars
25. You've Got My Number
26. Let's Talk About Girls
27. Top Twenty
28. Nine Times Out Of Ten
29. The Way Girls Talk
30. Whiz Kids
31. Tennage Kicks (Video)
Aber dieses Werk gehört in eine Sparte, die es hier im Forum leider nicht gibt. Weder für Punk noch New Wave.
Mit AOR, Soft Rock, Yacht Rock etc. hat das nun wirklich nichts gemein.