
Fischer – Z „Fish´s Head“
Das 1989 erschienene Album „Fish’s Head“ nimmt eine Sonderstellung im Katalog von Fischer-Z ein. Faktisch handelt es sich dabei eher um ein Soloprojekt von John Watts: Nachdem er die Urbesetzung der Band 1982 aufgelöst und das Projekt 1987 unter demselben Namen reaktiviert hatte, blieb er als einziges Gründungsmitglied die alleinige kreative Instanz.
„Fish’s Head“ ist weit mehr als eine gewöhnliche Pop-Platte; es ist ein ambitioniertes politisches Statement. Dieser Anspruch spiegelt sich auch in der Ausstattung der deutschen Erstauflage (Ariola 209 772) wider: Um sicherzustellen, dass Watts’ komplexe Botschaften verstanden werden, liegt der LP ein mehrsprachiges Textblatt bei, das die Lyrics unter anderem ins Deutsche übersetzt – ein für die damalige Zeit außergewöhnlicher Aufwand.
Der Opener „Say No“ zählt zweifellos zu den stärksten Momenten der Fischer-Z-Historie. Er zeigt Watts auf dem Höhepunkt seines Talents als „Shortstoryteller“.
Die Songs zeichnen sich durch eine hohe Melodiosität aus, die oft in scharfem Kontrast zu den ernsten Inhalten steht. Watts nutzt hierbei geschickt einen ironischen Unterton, um gesellschaftliche Missstände zu pointieren.
Musikalisch ist diese LP ein absolutes Muss für Liebhaber von intelligentem Alternative Rock. Das Album beweist eindrucksvoll, dass anspruchsvolle Themen und eingängiges Songwriting kein Widerspruch sein müssen und blickt dabei mutig über den Tellerrand des reinen Entertainments hinaus.