
Jim Capaldi – One Man Mission
Mit „One Man Mission“ lieferte Jim Capaldi 1984 ein Album ab, das tief im glatt gebügelten Pop-Rock-Sound seiner Zeit verwurzelt ist. Es ist ein Werk, das den typischen Geist der 80er Jahre atmet – hochglanzpoliert und produktionstechnisch auf der Höhe der damaligen Zeit, was es heute jedoch eher zu einem Zeitzeugnis als zu einem zeitlosen Klassiker macht.
Doch auch wenn das Album insgesamt eher im Durchschnitt mitschwimmt, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Besetzungsliste und einzelne Highlights:
Die Santana-Connection: Das absolute Glanzstück ist zweifellos „Lost Inside Your Love“. Hier veredelt Carlos Santana den Song mit einem seiner unverkennbaren, markanten Gitarrensoli. Auch bei „Nobody Loves You“ gibt er sich die Ehre, wobei das Zusammenspiel mit Snowy White an der Lead-Gitarre für eine interessante Tiefe sorgt.
Rockige Energie: Der Einstieg in die zweite LP-Seite gelingt mit „Young Savages“ bemerkenswert druckvoll. Dass der Track ordentlich Biss hat, liegt nicht zuletzt an der stimmlichen Unterstützung von Steve Marriott (Humble Pie), der Capaldi hier perfekt ergänzt.
Das Dilemma der Produktion Interessant ist der künstlerische Spagat: Capaldi versucht spürbar, den Spirit der 60er Jahre zu konservieren, presst ihn aber in das enge Korsett der 80er-Jahre-Technik. Dass diese Welten nur schwer zusammenfinden, liegt in der Natur der Sache – die organische Seele des Old-School-Rock verträgt sich oft nur mäßig mit dem kühlen Glanz der frühen Digital-Ära.
Fazit „One Man Mission“ ist sicher kein Meilenstein der Musikgeschichte. Wer jedoch über die typische 80er-Jahre-Patina hinwegsehen kann, findet ein grundsolides Album mit erstklassigen Gastmusikern und einigen handfesten Highlights.