Gerade diese unkonventionelle und trotzdem experimentierfreudige Art ihrer Songgestaltung war ein Garant für die mitreißende Partymusik. Was auf dieser Platte an Spannung, Überraschungen und Qualität eingebracht wird, lässt sie locker auf eine Stufe ihrer Folgealben hochschnellen.
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 10:30
von Zarthus
Fairport Convention - Unhalfbricking (1969)
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 10:32
von Zarthus
Tranceformer hat geschrieben: ↑Fr 16. Jan 2026, 18:55
Kerschowski – Blankenfelder Boogie-Band
Vor einigen Tagen stellte ich die Kerschowski Debüt-LP „Weitergehn“ vor. Nun das zweite Kerschowski-Album, welches in Zusammenarbeit mit einer hochkarätigen Riege der damaligen (ehemaligen) DDR-Bluesszene entstand. Im Gegensatz zum melancholischen Erstlingswerk ist diese LP eine reine Hommage an den klassischen Rock ’n’ Roll und Blues.
Das Album besteht fast ausschließlich aus deutschsprachigen Adaptionen internationaler Rock-’n’-Roll-Klassiker. Kerschowski schrieb dafür eigene Texte, die den Geist der Originale einfingen, aber lokal verankert waren:
Wanderer (The Wanderer)
Heißer Sommer (Summertime Blues)
Dettelbacher Weg (That’ll Be The Day)
Böser Junge (Bad Boy)
Sie ist schon 16 (Sweet Little Sixteen)
Nur Deswegen (Just Because)
Money
Tutti Frutti
Weiß nicht viel (Wonderful World)
Die LP versprüht eine enorme Spielfreude. Man hört den Musikern an, dass sie diese "Wurzel-Musik" lieben. Besonders die Saxophon-Einsätze von Tina Tandler und das Klavierspiel von Bodag geben der Platte einen authentischen Bar-Boogie-Vibe. Es ist keine sterile Studioaufnahme, sondern wirkt oft wie eine sehr gut eingefangene Live-Session.
Ein wichtiges Dokument der DDR-Endzeit-Musikszene, das zeigt, wie professionell und leidenschaftlich die Blues-Szene im Osten den amerikanischen Rock ’n’ Roll adaptierte.
Dieses Album habe ich nur als CD, welche Teil einer 3CD Kerschowski Box ist. Ewig nicht mehr gehört (im Gegensatz zu Weitergehn, welche auch als LP hier steht).
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 10:39
von reform
Blank Manuskript - Krasna Hora
Titelliste:
1.Overture 06:49
2. Foetus 06:10
3. Achluphobia 15:35
4. Pressure of Pride 03:38
5. Shared Isolation 09:55
6. Alone at the Institution 09:21
7. Silent Departure 03:37
8. The Last Journey 08:34
Doppel aufklappbares Digipack + Poster. Am Anfang steht immer das Konzept!
Und davon ausgehend entwickeln Blank Manuskript, Österreichs Aushängeschild in Sachen ArtRock ihre Kompositionen.
Dem aktuellen Album liegt diesmal ein soziales Selbstexperiment zugrunde: unter dem Arbeitstitel ‚The Krasna Hora Sessions‘ kasteiten sich die Musiker in einem Bauernhof in Tschechien um sich mit der Frage nach dem sozialen Potenzial eines Individuums zu beschäftigen.
Der Mensch unter Menschen – wie funktionieren soziale Gruppen, Einzelgängertum versus Gemeinschaft und was liegt menschlichen Beziehungen eigentlich zugrunde?
Die stoffliche Basis bildeten dabei einerseits die in der Abgeschiedenheit erlebte Gruppendynamik und andererseits erdachte oder autobiographische Episoden. Beschreibung der einzelnen Titel: Overture: Die Show beginnt mit einer eröffnenden Einleitung, die den Grundriss des behandelten Konzepts behandelt.
Dabei werden bereits leitende Motive des folgenden Konzerts vorgestellt und verarbeitet, was zu späteren Reminiszenzen führt.
Einsamkeit in Kontrast mit Gemeinsamkeit ist ein Thema, das hier noch ohne episodische Bewältigung angesprochen wird, was sich musikalisch wie textlich auf als eine objektive Observation darstellt.
Foetus: Einsamkeit und Gemeinsamkeit sind in vielen Fällen nah an das Konzept von Tod und Leben gekoppelt, was sich in dieser Episode in einer sehr makabren Form zeigt: Ein lebender Embryo im toten Mutterleib, der sich durch sein wesenhaftes Streben seinen Weg bis zum Erblicken des Lebenslichtes bahnt.
Achluphobia: Das Kind liegt nachts in seinem Bett und die angeborene Angst vor der Finsternis setzt ein. Schatten, Geräusche, Bewegungen – ein Wechselspiel zwischen Vorstellung und Vernunft.
Pressure of Pride: Das jugendliche Alter ist geprägt von Rebellion und Umtriebigkeit. Der werdende Erwachsene kämpft sich seinen Weg durchs Leben, hin- und hergerissen zwischen Willensstärke, Stolz, Ärger, Unzufriedenheit und vielen neuen Gefühlen. Shared Isolation: Menschen sind Herdentiere, die stark von Gewohnheiten abhängig sind.
Häufig führen diese Gewohnheiten zu langsamen Entwicklungen in zwischenmenschlichen Beziehungen, die zu Isolation führen. Diese Episode behandelt das Zusammenleben zweier Menschen, die sowohl ihre emotionale Nähe als auch ihre Reflexion des Zusammenlebens verloren haben und sich somit gemeinsam voneinander isoliert haben.
Alone at the Institution: Einsamkeit kann durch Zugehörigkeit bekämpft werden. Zugehörigkeit schafft gemeinsame Ziele und somit Kameradschaft. Aus dieser Tatsache heraus, ist der Mensch stets dazu bestrebt, Institutionen der Gemeinschaften für gemeinsame Aktivitäten zu betreiben, um somit kollektive Interessen zu erfüllen. Die Aura einer dieser Institutionen im menschenleeren Zustand, wirkt daher sehr unbehaglich. Silent Departure: Der heimliche Abgang aus dem Leben, um Konflikten aller Art zu entkommen ist ein menschliches Phänomen, das wohl nie frei von psychischem Ungleichgewicht betrachtet werden kann.
Die Unebenheit des Geistes wird hier durch die ungewöhnliche Instrumentierung verstärkt.
The Last Journey: Egal wie stark oder lose jemand in seinem Beziehungsgeflecht verwoben ist - im allerletzten Moment des irdischen Lebens, lösen sich sämtliche sozialen Bindungen und die Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits muss alleine überschritten werden. Ob nach diesem Leben unsere Seelen wieder zueinander finden …?
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 10:47
von Hawklord
Ekseption - Reflection (1976)
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 11:29
von Louder Than Hell
Challenger's "Same" -1969-
Um den Reigen fremdländischer Band einmal zu erweitern, hier mal eine Gruppe aus Puerto Rico, die sich auch der Psychedelic verschrieben hatte.
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 11:34
von Louder Than Hell
reform hat geschrieben: ↑Sa 17. Jan 2026, 10:39Blank Manuskript - Krasna Hora
Titelliste:
1.Overture 06:49
2. Foetus 06:10
3. Achluphobia 15:35
4. Pressure of Pride 03:38
5. Shared Isolation 09:55
6. Alone at the Institution 09:21
7. Silent Departure 03:37
8. The Last Journey 08:34
Doppel aufklappbares Digipack + Poster. Am Anfang steht immer das Konzept!
Und davon ausgehend entwickeln Blank Manuskript, Österreichs Aushängeschild in Sachen ArtRock ihre Kompositionen.
Dem aktuellen Album liegt diesmal ein soziales Selbstexperiment zugrunde: unter dem Arbeitstitel ‚The Krasna Hora Sessions‘ kasteiten sich die Musiker in einem Bauernhof in Tschechien um sich mit der Frage nach dem sozialen Potenzial eines Individuums zu beschäftigen.
Der Mensch unter Menschen – wie funktionieren soziale Gruppen, Einzelgängertum versus Gemeinschaft und was liegt menschlichen Beziehungen eigentlich zugrunde?
Die stoffliche Basis bildeten dabei einerseits die in der Abgeschiedenheit erlebte Gruppendynamik und andererseits erdachte oder autobiographische Episoden. Beschreibung der einzelnen Titel: Overture: Die Show beginnt mit einer eröffnenden Einleitung, die den Grundriss des behandelten Konzepts behandelt.
Dabei werden bereits leitende Motive des folgenden Konzerts vorgestellt und verarbeitet, was zu späteren Reminiszenzen führt.
Einsamkeit in Kontrast mit Gemeinsamkeit ist ein Thema, das hier noch ohne episodische Bewältigung angesprochen wird, was sich musikalisch wie textlich auf als eine objektive Observation darstellt.
Foetus: Einsamkeit und Gemeinsamkeit sind in vielen Fällen nah an das Konzept von Tod und Leben gekoppelt, was sich in dieser Episode in einer sehr makabren Form zeigt: Ein lebender Embryo im toten Mutterleib, der sich durch sein wesenhaftes Streben seinen Weg bis zum Erblicken des Lebenslichtes bahnt.
Achluphobia: Das Kind liegt nachts in seinem Bett und die angeborene Angst vor der Finsternis setzt ein. Schatten, Geräusche, Bewegungen – ein Wechselspiel zwischen Vorstellung und Vernunft.
Pressure of Pride: Das jugendliche Alter ist geprägt von Rebellion und Umtriebigkeit. Der werdende Erwachsene kämpft sich seinen Weg durchs Leben, hin- und hergerissen zwischen Willensstärke, Stolz, Ärger, Unzufriedenheit und vielen neuen Gefühlen. Shared Isolation: Menschen sind Herdentiere, die stark von Gewohnheiten abhängig sind.
Häufig führen diese Gewohnheiten zu langsamen Entwicklungen in zwischenmenschlichen Beziehungen, die zu Isolation führen. Diese Episode behandelt das Zusammenleben zweier Menschen, die sowohl ihre emotionale Nähe als auch ihre Reflexion des Zusammenlebens verloren haben und sich somit gemeinsam voneinander isoliert haben.
Alone at the Institution: Einsamkeit kann durch Zugehörigkeit bekämpft werden. Zugehörigkeit schafft gemeinsame Ziele und somit Kameradschaft. Aus dieser Tatsache heraus, ist der Mensch stets dazu bestrebt, Institutionen der Gemeinschaften für gemeinsame Aktivitäten zu betreiben, um somit kollektive Interessen zu erfüllen. Die Aura einer dieser Institutionen im menschenleeren Zustand, wirkt daher sehr unbehaglich. Silent Departure: Der heimliche Abgang aus dem Leben, um Konflikten aller Art zu entkommen ist ein menschliches Phänomen, das wohl nie frei von psychischem Ungleichgewicht betrachtet werden kann.
Die Unebenheit des Geistes wird hier durch die ungewöhnliche Instrumentierung verstärkt.
The Last Journey: Egal wie stark oder lose jemand in seinem Beziehungsgeflecht verwoben ist - im allerletzten Moment des irdischen Lebens, lösen sich sämtliche sozialen Bindungen und die Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits muss alleine überschritten werden. Ob nach diesem Leben unsere Seelen wieder zueinander finden …?
Eine ziemlich spannende Kiste aus Österreich von einer Band, die in den unterschiedlichsten Stilarten unterwegs sind. Mir gefällt diese Mischung ....
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 14:41
von Emma Peel
Little Feat "Sailin' Shoes" -1972-
Welch Quantensprung in der Weiterentwicklung zu dem noch eher bluesig gehalten Debüt. Dank Lowell George charismatischer Persönlichkeit und dem herausragenden Können seiner Mitspieler entwickelte sich hier eine Band, die sich von nun an von Album zu Album steigerte und ihren eigenen Mix aus allen erdenklichen Genres des RootsRock entwickelte.
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 16:44
von Alexboy
Alben für ein ganzes Leben:
Nach den ersten Tönen - Dauerberieselung im Kassetten-Gerät des Automobils!
In einem Song mehr Abwechslung und Spaß als bei anderen auf der ganzen Scheibe.
Kansas: Leftoverture - 1976 - ArtRock aus Kansas
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 16:53
von Alexboy
Alben für ein ganzes Leben:
Ab den ersten Tönen - siehe oben bei Leftoverture!
Boston: Boston - 1976 - Rock aus Boston
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 16:58
von Louder Than Hell
Led Zeppelin "I" -1969-
Zwischendurch mal etwas aus der 2. bzw. 3 Reihe, damit es nicht in Vergessenheit gerät .......
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 16:59
von Louder Than Hell
Alexboy hat geschrieben: ↑Sa 17. Jan 2026, 16:44
Alben für ein ganzes Leben:
Nach den ersten Tönen - Dauerberieselung im Kassetten-Gerät des Automobils!
In einem Song mehr Abwechslung und Spaß als bei anderen auf der ganzen Scheibe.
Kansas: Leftoverture - 1976 - ArtRock aus Kansas
Die ersten Platten von Kansas kannst du mir heute immer noch auflegen ......
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 17:00
von Alexboy
Styx: Crystal Ball - 1976 - Rock aus Chicago
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 17:06
von Alexboy
Ob Fender oder Gibson - alles Jeff Beck!
Jeff Beck: Wired - 1976 - Fusion aus Wallington, Surrey, United Kingdom
Tranceformer hat geschrieben: ↑Fr 16. Jan 2026, 18:55
Kerschowski – Blankenfelder Boogie-Band
Vor einigen Tagen stellte ich die Kerschowski Debüt-LP „Weitergehn“ vor. Nun das zweite Kerschowski-Album, welches in Zusammenarbeit mit einer hochkarätigen Riege der damaligen (ehemaligen) DDR-Bluesszene entstand. Im Gegensatz zum melancholischen Erstlingswerk ist diese LP eine reine Hommage an den klassischen Rock ’n’ Roll und Blues.
Das Album besteht fast ausschließlich aus deutschsprachigen Adaptionen internationaler Rock-’n’-Roll-Klassiker. Kerschowski schrieb dafür eigene Texte, die den Geist der Originale einfingen, aber lokal verankert waren:
Wanderer (The Wanderer)
Heißer Sommer (Summertime Blues)
Dettelbacher Weg (That’ll Be The Day)
Böser Junge (Bad Boy)
Sie ist schon 16 (Sweet Little Sixteen)
Nur Deswegen (Just Because)
Money
Tutti Frutti
Weiß nicht viel (Wonderful World)
Die LP versprüht eine enorme Spielfreude. Man hört den Musikern an, dass sie diese "Wurzel-Musik" lieben. Besonders die Saxophon-Einsätze von Tina Tandler und das Klavierspiel von Bodag geben der Platte einen authentischen Bar-Boogie-Vibe. Es ist keine sterile Studioaufnahme, sondern wirkt oft wie eine sehr gut eingefangene Live-Session.
Ein wichtiges Dokument der DDR-Endzeit-Musikszene, das zeigt, wie professionell und leidenschaftlich die Blues-Szene im Osten den amerikanischen Rock ’n’ Roll adaptierte.
Dieses Album habe ich nur als CD, welche Teil einer 3CD Kerschowski Box ist. Ewig nicht mehr gehört (im Gegensatz zu Weitergehn, welche auch als LP hier steht).
Die Anschaffung von "Weitergehn" erfolgte nach einer Erwähnung hier im Forum, ich weiß nur nicht mehr, wer darüber berichtet hatte. Insgesamt gefällt mir die Musik wirklich gut!
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 17:21
von Tranceformer
Mitch Ryder & Detroit Wheels – Greatest Hits (Bellaphon)
Diese Kompilation ist die deutsche Pressung der US-Ausgabe und konzentriert sich ganz auf die Hochphase von Mitch Ryder in den mittleren 1960er Jahren. Es ist die Ära, in der er gemeinsam mit den Detroit Wheels den legendären "High-Energy Detroit Sound" entscheidend prägte.
Das Album bietet einen ultimativen Querschnitt durch Ryders Schaffen: Eine explosive Mischung aus Blue-Eyed Soul und aggressivem, hämmerndem Rock ’n’ Roll. Im Zentrum steht dabei Ryders außergewöhnliche Stimme – rau, leidenschaftlich und von enormer Reichweite. Er singt sich oft in eine ekstatische Intensität hinein, die zwischen 1965 und 1967 absolut wegweisend für das Genre war.
Die Bellaphon-Pressungen aus den frühen 70er Jahren gelten unter Sammlern als solide Gebrauchs-LPs. Sie bieten einen ordentlichen, druckvollen Stereo-Klang, der den Geist der Zeit gut einfängt. Zwar sollte man von dieser spezifischen Pressung kein audiophiles Wunder erwarten, doch die ungefilterte Energie der Aufnahmen kommt auf der BI 15163 hervorragend zur Geltung.
Fazit: Wer eine einzige Vinyl-Platte sucht, welche die wichtigsten Jahre und alle essentiellen Hits von Mitch Ryder zusammenfasst, ist mit dieser Bellaphon-Ausgabe bestens bedient.
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 17:23
von badger
Gang Of Four - Entertainment (EMI 1979)
In Yorkshire gehts immer etwas kompromißloser zu: kratzender New Wave-Funk aus Leeds.
Re: Januar 2026
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 17:59
von Tranceformer
Fischer – Z „Fish´s Head“
Das 1989 erschienene Album „Fish’s Head“ nimmt eine Sonderstellung im Katalog von Fischer-Z ein. Faktisch handelt es sich dabei eher um ein Soloprojekt von John Watts: Nachdem er die Urbesetzung der Band 1982 aufgelöst und das Projekt 1987 unter demselben Namen reaktiviert hatte, blieb er als einziges Gründungsmitglied die alleinige kreative Instanz.
„Fish’s Head“ ist weit mehr als eine gewöhnliche Pop-Platte; es ist ein ambitioniertes politisches Statement. Dieser Anspruch spiegelt sich auch in der Ausstattung der deutschen Erstauflage (Ariola 209 772) wider: Um sicherzustellen, dass Watts’ komplexe Botschaften verstanden werden, liegt der LP ein mehrsprachiges Textblatt bei, das die Lyrics unter anderem ins Deutsche übersetzt – ein für die damalige Zeit außergewöhnlicher Aufwand.
Der Opener „Say No“ zählt zweifellos zu den stärksten Momenten der Fischer-Z-Historie. Er zeigt Watts auf dem Höhepunkt seines Talents als „Shortstoryteller“.
Die Songs zeichnen sich durch eine hohe Melodiosität aus, die oft in scharfem Kontrast zu den ernsten Inhalten steht. Watts nutzt hierbei geschickt einen ironischen Unterton, um gesellschaftliche Missstände zu pointieren.
Musikalisch ist diese LP ein absolutes Muss für Liebhaber von intelligentem Alternative Rock. Das Album beweist eindrucksvoll, dass anspruchsvolle Themen und eingängiges Songwriting kein Widerspruch sein müssen und blickt dabei mutig über den Tellerrand des reinen Entertainments hinaus.